Dass der Journalismus sich in der Krise befindet, gehört ja mittlerweile fast zur Allgemeinbildung. In dieser wöchentlichen Kolumne soll jeweils kurz auf Beiträge verlinkt werden, die sich damit auseinandersetzen, wie man die Krise als Chance begreifen will – oder aber, wie andere das für einen erledigen. Gerne könnt ihr uns auch auf spannende Versuche hinweisen . Ein Großteil der Artikel wird auch über unseren Twitter-Account verlinkt unter dem Hashtag: #zukunftsmusik

1.) Muss man angeben, woher man seine Story bekommt?

MG Siegler, Typ Tech-Blogger, hat herausgefunden, dass Apple einen Anbieter names “Chomp” aufkauft. Kurz darauf bericht das Wall Street Journal ebenfalls darüber, allerdings erwähnen sie Siegler mit keinem Wort. Hätten Sie das tun sollen? Ja, hätten sie. Denn Verlinken ist das A und O im Netz und gerade größere Nachrichtenseiten können – zumindest ist das die Hoffnung – viel Traffic bringen. Siegler regt sich auf alle Fälle ziemlich auf.

Earlier today, I broke some news.

I don’t typically do this anymore given my new job. But from time to time this will happen. But if you read The Wall Street Journal, you’d never know. Why’s that? Because they’re fuckheads who don’t credit actual sources of information.

Auf BoingBoing heißt es, dass es nicht um Siegler ginge, sondern um die Nachricht an sich, Matthew Ingram verteidigt Siegler. Er hat auch eine nette Zusammenfassung seiner Diskussion erstellt, die über Twitter geführt wurde.

2.) Personal Washington Post

TechCrunch schreibt, dass die Washington Post mit “Personal Post” ein System etablieren will, das mich auf den ersten Blick ein bisschen an Zite erinnert. Man kriegt Artikel in seinem Stream geladen und kann diese bewerten. Je länger man das macht, desto genauer werden natürlich die Vorschläge. Ich persönlich finde solche Dinge extrem hilfreich, brauche aber auch gleichzeitig etwas mehr “Serendipität”, also Informationen, die mich erreichen, ohne dass ich danach gefragt hätte.

3.) Matter sammelt mehr als 50,000 $ in knapp 38 Stunden

Was genau heißt es eigentlich, wenn Leute alleine für eine Idee zahlen? Matter ist nicht viel mehr als das. Ein paar Journalisten stellen sich hin und sagen, “Hey, wir machen ein paar geile Geschichten, brauchen aber Geld dafür”. Binnen kürzester Zeit erreichen sie ihr Ziel. Jetzt sind es noch 26 Tage, in denen gespendet werden kann. Kickstarter als Plattform ist ohnehin ein ganz eigenes Thema wert. Wenn ihr euch mal per Zufallsprinzip ein paar Projekte anschauen wollte, geht das per Kickstumbler/Fundhaus. Gibt natürlich auch Kritik an Matter, zu lesen hier. Zitat:

Anyone who would ever consider financing these self-proclaimed top notch journalists (in return for T-shirts, cupcakes, and whatever other junk they are offering) to write cool stories about saving the planet, shouldn’t. Your money would be better invested in projects that can actually have long-term financial viability and longevity. Buy a subscription to one of the other legacy magazines already out there that produce way more content.

4.) Tim Pool, mobile journalist

If you were to stop independent journalist Tim Pool on the street, you may think he’s just a bike messenger, with his skull cap, hoodie and shoulder strap bag. What you may miss is that Pool has transformed himself into a mobile journalist. He broadcast live videos in the midst of the Occupy movement using just an iPhone, a solar powered backpack and even a drone to an audience of thousands.

Passende Infografik hierzu: Why Mobile Matters

5.) Wie nutzt man eigentlich Twitter, wenn man Kriegsjournalist ist?

In August of last year, he live tweeted a suicide attack on the British Council in Kabul. And last September, he tweeted pictures of the building from which combatants were attacking the U.S. Embassy.

Lesenswert.

x.) How the Arab Spring has transformed journalism

Oft gehört, oft gelesen: Verhalten sich Journalisten nach dem Arabischen Frühling anders? Wissenswert für alle, die sich noch nicht wirklich damit befasst haben. Moneyquote:

Social networks are structured on egalitarian and democratic values of social and political participation, he said. There are no barriers to entry. The costs of collaboration are zero. Your significance is based on your voice. Those with the most important things to say are rewarded by the audience. Contribution is commitment, which means you regard yourself as involved and committed when you go online. Others see they are not alone, by watching in real time how the movement they are joining is growing.

Aus dem selben Kontext: One year after Mubarak: Wadah Khanfar on networks, journalism, and democracy

Kommentare

Kommentare