Dass der Journalismus sich in der Krise befindet, gehört ja mittlerweile fast zur Allgemeinbildung. In dieser wöchentlichen Kolumne soll jeweils kurz auf Beiträge verlinkt werden, die sich damit auseinandersetzen, wie man die Krise als Chance begreifen will – oder aber, wie andere das für einen erledigen.

1.) Der Social Pulse von Reuters

Wenn man sich anschaut, woher der ganze Traffic auf Nachrichten-Seiten kommt, dann sieht man immer die üblichen Verdächtigen: Facebook, die Google-Suche, Twitter und seit Neuestem auch Pinterest. Alles soziale Netzwerke also. Die große Ausnahme bildet hier der “Drudge Report“, eine Seite, die seit ihrer Gründung nichts anderes macht, als den Besuchern gute Texte auf anderen Seiten zu verlinken. Mit “Social Pulse” versucht Reuters nun, in beiden Kategorien mitzumischen. Sie wollen nicht nur, dass die Nutzer wissen, wo sie gute Geschichten finden, sondern auch, dass sie via Social Pulse überhaupt erst mitbekommen, woher die ganzen Geschichten kommen. Wer mehr über das Projekt wissen will, dem sei dieser Beitrag des Nieman Lab empfohlen.

2.) Tumblr und Twitter – jetzt auch in Journalismus?

Lange Zeit sah es so aus, als ob Twitter, Facebook und Tumblr sich damit zufrieden geben würden, wenn sich die Nutzer auf ihrer Seite aufhalten. Dass diese Vermutung aber falsch ist, dafür gab es diese Woche zwei (weitere) Beispiele:

Erstens, Tumblr hat mit Chris Mohney und Jessica Bennett (beide Links führen zu den jeweiligen Tumble-Logs), zwei Journalisten engagiert, deren Aufgabe es sein soll, zu schauen, was für interessante Projekte und Personen Tumblr nutzen. Wie das genau aussehen wird – es gibt schließlich bereits einen Staff Blog –  ist zu diesem Zeitpunkt noch unklar. Festhalten kann man aber, dass dies eines der ersten sozialen Netzwerke ist, die sich selbst als Ort der Nachrichten-Entstehung begreifen, genauer, sich um diesen Aspekt der Community kümmern.

Zweitens: Nachdem Twitter bereits im Januar mit Lewis Wiltshire der BBC einen Journalisten weggeschnappt hat, um über die Olympiade zu berichten, geht auch der nächste Schritt in eine ähnliche Richtung. Unter dem Account “TwitterForNews” soll zunächst einmal eine Berichterstattung darüber stattfinden, wie Journalismus auf Twitter stattfindet. Mehr dazu auf The Next Web.

3.) Arianna Huffington spricht über die Zukunft des Videos

Frau Huffington muss ich nicht mehr vorstellen, oder? (via Romenesko)

4.) Longform for iPad (Poytner.org)

Nicht mehr als 4.000 Zeichen kriege ich immer zu hören, wenn ich hier und da mal einen Artikel schreiben soll. 4.000 Zeichen ist anscheinend die magische Grenze der Aufmerksamkeit beim Leser. Dass es nicht immer so sein muss, sein soll oder sein wird, kann man bereits  an Seiten wie Longreads und Longform sehen. Longform gibt es jetzt auch als iPad-App. Wenn ihr kein iPad habt, aber trotzdem gerne lange Texte vor dem Bildschirm lesen wollt, versucht es mit einem Readability-Addon.

 

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